Wrestle Kingdom 12 – Die Sicht eines WWE Fans

Chris Jericho traf am 04. Januar bei Wrestle Kingdom 12 auf Kenny Omega. Ein Match, das die Augen vieler WWE Fans erstmal auf die Konkurrenz aus Japan richtete. Im Internet gibt es bereits seit Jahren einen großen Hype um New Japan Pro Wrestling. Die Card las sich auch für jemanden, der sich im japanischen Wrestling nicht auskennt sehr gut. In vielen Matches befanden sich amerikanische oder europäische Stars aus der Indy Szene. Das war für uns Grund genug einen Blick über den Tellerrand zu werfen und als eingefleischte WWE Fans die „Japanische Wrestlemania“ zu schauen.

Ein glänzender Start

Die Show begann absolut vielversprechend. Nach einem Rumble Match in der Kickoff Show, zeigten die Young Bucks ihren Kritikern, dass sie mehr als nur Spot-Wrestler sind. Neben witzigen Einlagen und schönen Aktionen erzählte das Tag Team Match eine Geschichte, die uns alle begeistert hat. Auch die folgenden Matches, ein 6-Man-Tag-Team Gauntled-Match sowie Cody (Rhodes) gegen Kota Ibushi waren sehr unterhaltsam. Cody hat hier wieder einmal unter Beweis gestellt, dass WWE ihn vollkommen falsch eingesetzt hatte.

Wir waren alle bestens unterhalten und die Hauptkämpfe standen ja noch aus. Ich habe mich bereits als Dauer-Abonnent von NJPW World (dem Network der Japaner) gesehen. War es vielleicht tatsächlich soweit, dass ich nach 25 Jahren WWE das Lager wechsle?

Die nächsten beiden Matches, zeigten dann, dass auch in Japan nur mit Wasser gekocht wird. Beide Matches hatten nahezu den gleichen Aufbau. Der Face kassiert zu Beginn eine so harte Aktion, dass eigentlich Ende sein müsste, wird vermöbelt ohne viel Gegenwehr zu zeigen, ehe er sich zurückkämpft und doch noch gewinnt. Die beiden Matches waren mit 14 bzw. 18 Minuten einfach zu lang für solch einseitige Kämpfe.

Glücklicherweise konnte das Junior Heavyweight Fatal-4-Way Match die Stimmung wieder nach oben ziehen. Alle 4 Wrestler konnten hier glänzen und hatten ihre Spots. Besonders die Psychologie Marty Scurll hat mich sehr überzeugt. Entsprechend schwer hatte es das folgende Match. Nach solch einem Feuerwerk kann man fast nur verlieren.

Alpha gegen Omega

Endlich kamen wir dann zum Match auf das wir uns am meisten gefreut hatten: Chris Jericho gegen Kenny Omega. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass dieses Match seinem Hype gerecht wird. Jericho ist mit 47 Jahren immerhin nicht mehr der Jüngste. Allerdings ist Jericho ein Genie, wenn es ums Wrestling geht. Er weiß genau, wo seine Stärken sind und kann damit seine Schwächen gut kaschieren. Zudem hatte er mit Kenny Omega auch einen der besten Wrestler der Welt als Gegner. Die beiden lieferten uns einen echten Klassiker an den wir uns noch in Jahren erinnern werden.

Gut gelaunt gingen wir also in den Main Event. Ich weiß, dass viele Kritiker dieses Match gelobt haben, aber für uns war es sehr langatmig und langweilig. Ich glaube die Positionierung auf der Card spielte hier auch eine große Rolle. Wir hatten bereits 5 Stunden Wrestling gesehen und direkt zuvor zwei Wrestler die sich alles gegeben haben. Okada und Naito begannen aber sehr langsam. Auch wenn sie zum Ende hin Gas gegeben haben, war die Langeweile der ersten Minuten nicht mehr wett zu machen. Daher endete der Abend leider mit einer Enttäuschung.

Fazit

Es hat durchaus Spaß gemacht sich mal anderes Wrestling anzusehen, aber ich bleibe der WWE doch treu. Wir mussten feststellen, dass auch die Shows aus Japan ihre Höhen und Tiefen haben. Ich habe mir diverse Internet Kritiken zur Show angesehen / angehört und denke, dass die meisten Kritiker gegenüber den NJPW Shows einfach positiver gestimmt sind, als gegenüber den WWE Shows. Bei Wrestlemania wurde die Dauer von 6 Stunden stark kritisiert. Hier schien das niemanden zu stören. Uns war die Show am Ende aber doch zu lang. Gerade das Tag Team Match und der Main Event haben sich stark gezogen. Dennoch bin ich mir sicher, dass ich auch im kommenden Jahr Wrestle Kingdom schauen werde.

Bildquelle: NJPW-YouTube

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